Fall 2026-006 · bestätigt · eröffnet 05.10.2026 · Anbieter: T-Systems / Open Telekom Cloud (AI Foundation Services)
T-Systems LLM Hub: „never saved“ und „Not stored“ — und in der eigenen Leistungsbeschreibung: Zwischenspeicher standardmäßig eingeschaltet
Kurz: Die Trust-Seite des LLM Hub sagt ohne Einschränkung, dass Prompts und Antworten bei den von der Telekom betriebenen Modellen nie gespeichert werden, und fasst das in der Tabelle mit „Storage: Not stored“ zusammen. Dieselbe Seite nennt die Leistungsbeschreibung v1.23 die verbindliche Quelle. Dort steht in Abschnitt 2.3.1: Bereits verarbeitete Anfragen werden für eine begrenzte Zeit zwischengespeichert, und diese Funktion ist standardmäßig eingeschaltet. Die Prefix-Caching-Doku sagt dasselbe. Auf der Trust-Seite kommt der Zwischenspeicher nur als Navigationslink vor.
Die Behauptung
„Regardless of which model you select hosted by Telekom, customer prompts and responses are never saved or used to train or fine-tune any model.“
SHA-256 der abgerufenen Seite:
df454e984a56197ac19e8b40e0279d1c3cacc967a05f7d0a1b13286d71aed83c„Customer prompts and returned results are not stored and not viewable by Telekom or third parties“
SHA-256 der abgerufenen Seite:
df454e984a56197ac19e8b40e0279d1c3cacc967a05f7d0a1b13286d71aed83cDer Beleg
„Ihre Anfragen und die darauf erhaltenen Antworten werden im LLM Serving Service standardmäßig nicht dauerhaft gespeichert und auch nicht dazu verwendet, die Sprachmodelle zu trainieren. Damit der Service schneller antwortet, gibt es eine sogenannte Cache-Funktion: Dabei werden bereits verarbeitete Anfragen für eine begrenzte Zeit zwischengespeichert, sodass ähnliche oder wiederkehrende Anfragen schneller beantwortet werden können. Diese Funktion ist standardmäßig eingeschaltet, kann von Kunden aber jederzeit ein- oder ausgeschaltet werden.“
SHA-256 der abgerufenen Seite:
5c4292adf3927ac2950082c3649253adb606c6b8295c82c8198cb4a9dcf5a761„If a prompt should not be retained for reuse at all — a one-off, or content you do not want held even briefly — send save_cache: false on that request and nothing from it is stored.“
SHA-256 der abgerufenen Seite:
681e82f22c7c63be6633f12650a1d52b660f31fc18327bd54299051611212dc0Worin der Widerspruch besteht
Die Trust-Seite sagt ohne Vorbehalt „never saved“ und „not stored“ und fasst es in der Tabelle mit „Storage: Not stored“ zusammen. Die Leistungsbeschreibung, die dieselbe Seite als verbindlich bezeichnet, beschreibt für dieselben Modelle eine Cache-Funktion, die verarbeitete Anfragen für eine begrenzte Zeit zwischenspeichert und standardmäßig eingeschaltet ist. Die Prefix-Caching-Doku nennt das „retained“ und „stored“ und sagt, erst mit save_cache: false werde nichts gespeichert. Wer die Trust-Seite liest, etwa ein Datenschutzbeauftragter, der den Dienst für eine Behörde prüft, erfährt nicht, dass im Standard etwas zwischengespeichert wird. Beide Aussagen können nur zugleich gelten, wenn „saved“ und „stored“ auf der Trust-Seite allein dauerhafte Speicherung meinen.
Was dieser Fall nicht heißt
Dies ist kein Vorwurf der Täuschung. Telekom dokumentiert den Zwischenspeicher offen, und zwar im verbindlichen Dokument und in einer eigenen Doku-Seite. Laut Doku handelt es sich um einen Prefix-Cache, der Anfragen schneller macht, nur für begrenzte Zeit gilt und pro Anfrage oder vom Kunden insgesamt abgeschaltet werden kann. Dass Prompts und Antworten nicht dauerhaft gespeichert und nicht zum Training verwendet werden, wird nicht bestritten. Nicht geprüft ist, wie lange der Cache genau hält und ob Telekom-Mitarbeiter auf ihn zugreifen können. Der Fall betrifft nur die absolute Formulierung der Trust-Seite, die den Zwischenspeicher nicht erwähnt.
Was den Fall ausräumt
- Telekom ergänzt die Trust-Seite um den Zwischenspeicher (z. B. „not stored permanently; a short-lived prefix cache is on by default and can be disabled“) und passt die Tabelle an. Dann ist der Widerspruch ausgeräumt.
- Telekom schaltet den Cache standardmäßig aus und passt § 2.3.1 der Leistungsbeschreibung an. Dann stimmt „Not stored“ für den Standard, und der Widerspruch ist ausgeräumt.
- Telekom legt dar, warum beide Darstellungen zugleich zutreffen (etwa weil ein Prefix-Cache technisch keine Speicherung der Anfrage sei). Wir veröffentlichen die Erklärung wörtlich und prüfen sie gegen die eigene Doku.
Antwort des Anbieters
Noch keine Antwort. Der Anbieter wurde am 07.10.2026 informiert; Antwortfrist bis 21.10.2026. Jede Antwort wird hier wörtlich und ungekürzt veröffentlicht.
Verlauf
| 06.09.2026 | Beim Widerspruchs-Scan als Kandidat 3 in der internen Kandidatenliste notiert (Trust-Seite gegen Leistungsbeschreibung und Prefix-Caching-Doku). |
| 03.10.2026 | Trust-Seite, Prefix-Caching-Doku und Leistungsbeschreibung v1.23 im Internet Archive gesichert, jedes Zitat wörtlich in der Archivkopie geprüft (19:56–20:05 UTC). |
| 03.10.2026 | Alle drei Quellen neu abgerufen (20:05 UTC), Inhalte per SHA-256 gesichert, alle Zitate wörtlich in den Rohkopien geprüft; die Leistungsbeschreibung ist weiter v1.23 vom 31.08.2026. Fall als Entwurf vorbereitet, noch nicht veröffentlicht, Anbieter noch nicht informiert. |
| 04.10.2026 | Alle drei Quellen erneut abgerufen (15:51 UTC), byte-gleich zum Abruf vom 03.10.2026 (gleiche SHA-256). Anschreiben an den Anbieter als Entwurf vorbereitet, noch nicht gesendet. |
| 05.10.2026 | Alle drei Quellen am Versandtag erneut abgerufen (14:48 UTC), byte-gleich zum Abruf vom 03.10.2026 (gleiche SHA-256). Anbieter per E-Mail (ai@t-systems.com, 13:10 UTC, von hallo@belegbar.eu) mit dem vollständigen Text des Falls informiert. Antwortfrist bis 20.10.2026. |
| 06.10.2026 | Alle drei Quellen erneut abgerufen (16:12 UTC); alle drei Dateien unterscheiden sich vom Abruf vom 03.10.2026. Die Leistungsbeschreibung ist jetzt Version 1.24, Stand 30.09.2026; § 2.3.1 steht wörtlich unverändert, die Cache-Funktion ist weiter standardmäßig eingeschaltet. Die Trust-Seite enthält beide zitierten Sätze und „Not stored“ unverändert und nennt weiter v1.23 als verbindliche Quelle. Die Prefix-Caching-Doku enthält das zitierte Satzstück unverändert. Die Wayback-Aufnahme 20261006161218 der Leistungsbeschreibung ist byte-gleich zu unserer Kopie. Rohkopien: belege/faelle/2026-006/*-2026-10-06.* (SHA-256 in SHA256SUMS). Der Stand 30.09.2026 liegt vor unserer E-Mail vom 05.10.; ob die Änderung mit dem Fall zusammenhängt, ist ungeklärt. Am selben Tag (13:41 UTC) meldete Gmail, dass unsere E-Mail vom 05.10. an ai@t-systems.com noch nicht zugestellt ist: Der Mailserver der Telekom lehnt sie vorübergehend ab („554 … poor reputation of a domain used in message transfer“, Status 4.7.1); Gmail versucht die Zustellung bis 08.10.2026 15:10 UTC weiter. Ob der Anbieter den Fall erhalten hat, ist damit ungeklärt. |
| 07.10.2026 | Anbieter erneut per E-Mail informiert (ai@t-systems.com, 14:37 UTC, von felix.h.lind@gmail.com), mit dem vollständigen Text des Falls und dem Hinweis, dass die E-Mail vom 05.10. nicht angenommen wurde. Antwortfrist bis 21.10.2026. |
| 08.10.2026 | Bis 15:16 UTC, gut 24 Stunden nach dem Versand, keine Verzögerungs- oder Fehlermeldung zur E-Mail vom 07.10.; beim ersten Versand kam die erste Verzögerungsmeldung nach rund 24,5 Stunden. Die Zustellung gilt damit als belegt, eine Lesebestätigung gibt es nicht. Die E-Mail vom 05.10. (von hallo@belegbar.eu) hat Gmail am 08.10.2026 endgültig als nicht zustellbar gemeldet. |
| 14.10.2026 | Alle drei Quellen erneut abgerufen. Die Leistungsbeschreibung ist unverändert Version 1.24, § 2.3.1 wörtlich gleich. Die Trust-Seite nennt die Leistungsbeschreibung weiter „the binding source“, aber ohne Versionsnummer (vorher „(v1.23)“); beide zitierten Sätze und „Storage: Not stored“ stehen unverändert. Die Prefix-Caching-Doku enthält das zitierte Satzstück unverändert. Rohkopien belege/faelle/2026-006/*-2026-10-14.html, SHA-256 in SHA256SUMS. |
| 15.10.2026 | Halbzeit-Erinnerung an den Anbieter gesendet (14:31 UTC, im Thread der Mail vom 07.10., von felix.h.lind@gmail.com an ai@t-systems.com). Inhalt: Frist 21.10.2026 bleibt, danach Status „bestätigt“, der Fall bleibt für eine Antwort offen. |
| 21.10.2026 | Prüfung nach Ablauf der Antwortfrist (21.10.2026). Keine Antwort des Anbieters eingegangen, auch nicht auf die Halbzeit-Erinnerung vom 15.10. (Postfach geprüft 21.10.2026 22:55 UTC). Alle drei Quellen erneut abgerufen (22:56 UTC): Die Leistungsbeschreibung ist byte-gleich zum Abruf vom 06.10.2026 (Version 1.24, § 2.3.1 unverändert, Cache-Funktion standardmäßig eingeschaltet). Die Trust-Seite enthält beide zitierten Sätze und „Storage: Not stored“ unverändert und erwähnt den Zwischenspeicher weiter nur als Navigationslink; neu sind nur Menüpunkte und ein Werbebanner. Die Prefix-Caching-Doku enthält das zitierte Satzstück unverändert. Rohkopien belege/faelle/2026-006/*-2026-10-22.*, SHA-256 in SHA256SUMS (Trust-Seite 9ca26b80d34b46d63064bec646f9e51f15f4ec4a090a036585b9aec1aa2b9c29). Snapshot: https://web.archive.org/web/20261021225741/https://docs.llmhub.t-systems.net/reference/enterprise-trust/ (byte-gleich zu unserer Kopie). Status auf „bestätigt“ gesetzt: Frist verstrichen, keine Antwort, beide Aussagen unverändert. Eine spätere Antwort wird wörtlich eingetragen; sobald eine der Auflösungen eintritt, geht der Fall auf „ausgeräumt“. |