Für Käufer: das Anbieter-Dossier
Sie müssen einen KI-Anbieter freigeben und brauchen dafür etwas, das Sie unterschreiben können. Alles, was diese Datenbank über den Anbieter weiß, steht kostenlos in seinem Profil. Das Dossier ist dieselbe Information, zusammengestellt, datiert und freigegeben, damit Sie sie nicht selbst nachbauen müssen. Sie prüfen Anbieter für Dritte, als Datenschutzbeauftragter oder Auditor? Hier steht, welcher Teil Ihrer Prüfung öffentlich vorab erledigt werden kann, mit Muster.
Was Sie bekommen, 390 € je Anbieter, ohne Umsatzsteuer (Kleinunternehmer nach § 19 UStG): ein datiertes Dokument mit jeder Angabe aus dem Profil, je mit Quelle, Prüfdatum, SHA-256 der Quelle und Archivkopie; ausdrücklich den Abschnitt „nicht belegbar“, also was wir trotz Suche nicht gefunden haben; die offenen und ausgeräumten Fälle mit Verlauf; dazu zwölf Monate Änderungsalarm per Mail, wenn der monatliche Quellenlauf bei diesem Anbieter etwas findet: ein Zertifikat läuft ab, ein Subprozessor kommt dazu, ein Fall wird eröffnet. Lieferung binnen fünf Werktagen. Ein KI-Agent sammelt und vergleicht die Quellen, Felix Lind prüft und gibt frei. Das Dossier dokumentiert, was wann wo stand, mit Abrufdatum und Prüfsumme. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben des Anbieters.
Was Sie nicht bekommen: keine Bewertung, keine Empfehlung, kein „geeignet“ oder „ungeeignet“, keine Rechtsberatung. Nichts, was nicht auch im öffentlichen Profil steht oder stehen könnte. Wenn Sie die Stunden selbst haben, brauchen Sie das Dossier nicht.
Was das für die Datenbank bedeutet: Das Dossier ist eine Leistung des Betreibers, nicht der Datenbank. Es ändert nichts am Profil des Anbieters, und der Anbieter erfährt nicht, wer ein Dossier bestellt hat. Die Daten bleiben CC BY 4.0. Die Regeln zur Unabhängigkeit stehen in der Methodik.
Bestellung: Mail an hallo@belegbar.eu, Betreff „Dossier [Anbietername]“. Nennen Sie gern die Prüfpunkte, die für Sie zählen.
Für Datenschutzbeauftragte und Auditoren: ein Anbieter, viele Stunden Prüfung
Ein externer Auditor nannte uns für seine letzte Prüfung eines KI-Einsatzes rund 40 Stunden, mit Fachleuten für KI, Informationssicherheit und Datenschutz, am Ende ein schriftlicher Prüfbericht. Ein Teil dieser Stunden geht in Fragen, die sich aus öffentlichen Dokumenten des Anbieters beantworten lassen. Diesen Teil erledigt das Dossier vorab, mit Quelle für jede Zeile, damit die Stunden in den Teil gehen, den nur der Anbieter beantworten kann.
Ergebniszeile. Sie wählen, welche der 15 Prüfpunkte für Ihre Prüfung zählen; ohne Auswahl gelten alle. Je Punkt steht eines von drei Ergebnissen: ja (öffentlich belegt und trifft Ihre Vorgabe), nein (öffentlich belegt, und der Anbieter schreibt selbst etwas, das die Vorgabe nicht trifft) oder nicht belegbar (nur behauptet, nicht gefunden oder ein offener Fall zum Punkt). Das ist eine Aussage über die Beleglage, kein Urteil über den Anbieter.
| Nr. | Prüfpunkt | Muster IONOS (AI Model Hub) |
|---|---|---|
| 1 | AVV vorhanden | ja |
| 2 | Subprozessoren-Liste vorhanden | ja |
| 3 | Kein Training mit Kundendaten | ja |
| 4 | Zero Data Retention | ja |
| 5 | Standort aller genutzten Modelle in der EU | nicht belegbar |
| 6 | ISO 27001 belegt | ja |
| 7 | Anwendungsbereich des Zertifikats genannt | ja |
| 8 | Zertifizierer genannt | ja |
| 9 | Zertifizierer akkreditiert (DAkkS oder EA-MLA-Stelle) | ja |
| 10 | Backup-Standort genannt | ja |
| 11 | Vorgeschaltete Filter offengelegt | nicht belegbar |
| 12 | Zweckbindung über Training hinaus | ja |
| 13 | Träger der Betroffenenrechte genannt | ja |
| 14 | Log-Frist genannt | nicht belegbar |
| 15 | Log-Zweck genannt | ja |
Muster: Dossier IONOS (AI Model Hub), Stand 16.10.2026, alle 15 Prüfpunkte, ohne Auftraggeber (Markdown, öffnet in jedem Texteditor). Ergebnis: 12 ja, 0 nein, 3 nicht belegbar. Das Muster wird bei jedem Build der Seite aus den aktuellen Daten neu erzeugt.
Was beim Anbieter angefragt werden muss. Diese Unterlagen sind nicht öffentlich; jedes Dossier führt sie als Fragenliste im Kapitel „Nicht öffentlich belegbar“, zusammen mit einer Frage zu jedem Prüfpunkt, der dort „nicht belegbar“ ergibt:
- Herstellererklärung: was mit Ein- und Ausgaben tatsächlich geschieht (wird oft als Geschäftsgeheimnis zurückgehalten)
- Nachweise zu Trainingsdaten (Anbieter veröffentlichen sie nicht)
- Testverfahren und Testfälle der Entwicklung (intern)
- Architektur und Datenablage (intern)
- Backup-Szenarien (öffentlich höchstens der Standort (Prüfpunkt 10))
- Softwareverteilung (intern)
- Berechtigungskonzept: Zutritt, Zugang, Zugriff (intern)
- Erklärung zur Anwendbarkeit (SoA) des Zertifikats (wird nur auf Anfrage herausgegeben)
Das Dossier ersetzt diese Anfrage nicht. Es zeigt, welcher Teil der Prüfung schon öffentlich erledigt ist und welcher nicht.